Kloster Waldfrieden

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Priorin Schwester Hildegard

 

Im August 1953 zogen Karmelitinnen in das „Haus Waldfrieden“ ein. Sie kamen von Kordel (bei Trier), wo die Gemeinschaft 1922 vom Karmel Luxemburg gegründet worden war. Das Haus dort galt immer nur als vorläufig, weil es ungünstig und zu klein war. Durch Weihbischof Dr. Bernhard Stein wurden die Schwestern auf das „Haus Waldfrieden“ hingewiesen. Der herrliche Park gab beim Kauf den Ausschlag. Das Haus selbst musste der Lebensweise der Schwestern entsprechend nach und nach umgebaut werden. Im Erdgeschoss wurden der Betchor der Schwestern und die Kapelle für die Gläubigen eingerichtet, durch Klausurgitter getrennt. Das Nebengebäude wurde abgerissen und neu aufgestockt, und dient nun als kleines Gästehaus. 1959 begannen die Bauarbeiten für die Klausurmauer, die in Etappen errichtet und 1961 fertig gestellt war.

 

 

Da die Schwestern kein äußeres Apostolat ausüben, sondern ein Leben des Gebetes in der Verborgenheit der Klausur führen, veränderte sich im Laufe der Jahre – von außen gesehen –wenig. Die Menschen in Auderath und den umliegenden Dörfern fühlten sich den Schwestern sehr verbunden, empfahlen ihre Anliegen und Sorgen deren Gebet und unterstützten sie mit vielen großzügigen Gaben.

 

Im Zuge der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils wurde die Kapelle 1970 neu gestaltet. Auch das Gitter zum Betchor der Schwestern wurde erneuert, damit die Schwestern die Liturgie besser mitverfolgen konnten.

 

1975 brachten Handwerker der Firma Fischer zusammen mit den Künstlern Degen an der Hausfassade eine Statue des hl. Josef an, die ihn als Schützer des Karmel zeigt. Damit wurde ein Versprechen eingelöst, das die Schwestern während des Krieges gemacht hatten, als sie sich seinem Schutz empfahlen. Er hatte sich wirklich als guter Beschützer erwiesen: das Kloster in Kordel war nicht zerstört und die Schwestern waren nicht vertrieben worden. Er wird auch heute als treu sorgender Hauspatron verehrt.

 

Die Hauskapelle

Die Hauskapelle

 

In den neunziger Jahren nahmen die Gottesdienstbesucher an den Sonntagen stetig zu. Deshalb wurde in der Kapelle nochmals eine Veränderung vorgenommen. Das Gitter lässt sich nun während der Gottesdienste öffnen, so dass die Leute, die in der Kapelle keinen Platz mehr finden, in den Betchor der Schwestern gehen können, wo zusätzlich noch Stühle aufgestellt sind. Die Gottesdienstgemeinschaft zeigt, dass die Schwestern von den Menschen der Umge­bung angenommen sind. Eindrucksvoll kam dies zum Ausdruck beim festlichen Gottesdienst 2003 zum Dank für die 50 Jahre in Auderath.

 

Der Lauf der Zeit geht auch am Karmel nicht spurlos vorüber. Die Anzahl der Schwestern nimmt ab, Neuzugänge gibt es schon länger nicht mehr.

 

Der Orden „unserer Lieben Frau vom Berge Karmel“, zu dem die Schwestern gehören, entstand im 12. Jahrhundert, als sich Einsiedler auf dem Karmelgebirge in Israel zu einer Gemeinschaft zusammenschlossen. Von den Sarazenen vertrieben, übersiedelten die Karmeliten nach Europa, und der Orden verbreitete sich schnell. Im 15. Jahrhundert gliederten sich Frau­engemeinschaften an, die nach der Spiritualität der Karmeliten leben wollten. Die hl. Teresa von Avila, die im 16. Jahrhundert den Orden reformierte, ist die bekannteste Vertreterin.