Glasfaserausbau - wir benötigen Klarheit!

01.11.2026

Glasfaserausbau in Auderath: Ortsgemeinden fordern endlich Klarheit

 

Seit Jahren warten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Auderath und weiteren Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Ulmen auf den angekündigten Glasfaserausbau. Trotz intensiver Bemühungen auf kommunaler Ebene gibt es weiterhin keinen verbindlichen Zeitplan. Nun haben sich vier Kommunalvertreter gemeinsam an die Öffentlichkeit gewandt.

 

Was ist bisher passiert?

Bereits im Jahr 2023 kündigten Telekommunikationsunternehmen einen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in mehreren Ortsgemeinden an. Zunächst trat die Deutsche Glasfaser auf, später folgte Westconnect (E.ON). Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger schlossen daraufhin Verträge ab – im Vertrauen darauf, dass die angekündigten Ausbauvorhaben tatsächlich umgesetzt werden.

Auch für Auderath sah die Entwicklung zunächst vielversprechend aus. Noch 2024 wurde über einen bevorstehenden Ausbau durch E.ON informiert. Diese damalige Ankündigung ist nach dem heutigen Sachstand jedoch überholt.

Hintergrund sind insbesondere veränderte Wettbewerbsbedingungen im Bereich der Stadt Ulmen. Dort besteht bereits eine Glasfaserinfrastruktur von Westconnect, während ein weiterer Anbieter einen teilweisen Ausbau eines eigenen Netzes plant.

Westconnect hat inzwischen bestätigt, dass aufgrund dieser Entwicklung die Wirtschaftlichkeit des ursprünglich vorgesehenen Gesamtausbaus erneut bewertet werden müsse.

 

Die Folge: Während in einzelnen Bereichen bereits Glasfaser verfügbar ist, warten Auderath und weitere umliegende Ortschaften weiterhin auf eine verbindliche Ausbauzusage.

 

Warum ist die Situation besonders problematisch?

Die damaligen Ankündigungen eines eigenwirtschaftlichen Ausbaus hatten auch Auswirkungen auf die öffentlichen Förderplanungen. Da die Unternehmen ihre Ausbauabsichten bekundet hatten, wurden die betroffenen Ortslagen nicht für einen geförderten Ausbau vorgesehen.

Nun stehen die Gemeinden vor einem erheblichen Problem: Der eigenwirtschaftliche Ausbau kommt nicht voran, während eine kurzfristige Einbindung in bestehende Förderprojekte nach derzeitiger Einschätzung kaum möglich ist.

Trotz wiederholter Gespräche zwischen den Telekommunikationsunternehmen, der Verbandsgemeinde Ulmen und weiteren Beteiligten konnte bislang keine verbindliche Lösung erreicht werden.

 

Vier Kommunalvertreter machen gemeinsam auf die Situation aufmerksam

Um den berechtigten Forderungen unserer Bürgerinnen und Bürger mehr Nachdruck zu verleihen, haben sich die Kommunalvertreter aus Auderath, Alflen, Schmitt und Ulmen-Meiserich zusammengetan.

In einem Gespräch mit dem WochenSpiegel und dessen Redakteur Mario Zender haben wir die Entwicklung und ihre Folgen für unsere Gemeinden öffentlich dargestellt.

Aus meiner Sicht ist dabei eines besonders wichtig:

„Es kann nicht sein, dass wirtschaftliche Interessen und der Wettbewerb zwischen zwei Unternehmen letztlich zulasten unserer Bürgerinnen und Bürger gehen.“

 

Der Glasfaserausbau ist schließlich weit mehr als eine Frage schneller Internetverbindungen. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute ein wesentlicher Standortfaktor – für Familien, Unternehmen, das Arbeiten im Homeoffice und die langfristige Attraktivität unserer Dörfer.

Auch unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Sicherheit gewinnen leistungsfähige und ausfallsichere digitale Kommunikationsnetze an Bedeutung. Nach uns vorliegenden Informationen haben inzwischen auch der Landesfeuerwehrverband und der Kreisfeuerwehrverband entsprechende Forderungen aufgegriffen. Hierbei geht es insbesondere um eine zuverlässige digitale Gesamtinfrastruktur für Kommunikation und Einsatzorganisation.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Wir erwarten von den beteiligten Telekommunikationsunternehmen eine transparente Darstellung ihrer tatsächlichen Ausbauabsichten, eine verbindliche zeitliche Perspektive sowie klare Informationen für die Bürgerinnen und Bürger, die bereits Verträge abgeschlossen haben.

Sollte der ursprünglich angekündigte eigenwirtschaftliche Ausbau endgültig entfallen, müssen gemeinsam mit den zuständigen Stellen tragfähige Alternativen geprüft werden.

 

Die Ortsgemeinde Auderath wird sich weiterhin gemeinsam mit den anderen betroffenen Kommunen und der Verbandsgemeinde Ulmen für eine Lösung einsetzen.

Unser Ziel bleibt unverändert: Auderath und die umliegenden Gemeinden benötigen eine moderne, zukunftssichere Glasfaserinfrastruktur. Dafür erwarten wir endlich Planungssicherheit und Verlässlichkeit.

 

Wer bereits einen Glasfaservertrag abgeschlossen hat, sollte sich hinsichtlich des aktuellen Vertragsstatus direkt an seinen jeweiligen Anbieter wenden.

 

Ausführlicher Pressebericht

Der WochenSpiegel hat am 30. Oktober 2026 unter dem Titel „Glasfaser-Frust in der Eifel: Gemeinden fühlen sich im Stich gelassen“ ausführlich über die Situation berichtet. Darin kommen sowohl die betroffenen Kommunalvertreter als auch die Telekommunikationsunternehmen zu Wort.

 

Bernhard Peter
Ortsbürgermeister Auderath